Wiesenlimonade

Wir hatten ein herrliches Wochenende auf den Wiesen und in den Wäldern Brandenburgs- und natürlich habe ich bei solchen Gelegenheiten immer mein Sammelkörbchen dabei, um ein paar Wildpflanzen mitnehmen zu können. Dieses Mal ist daraus eine Wilde Wiesenlimonade geworden.

Hierfür habe ich erstmal einen Sirup hergestellt. Ich habe dafür Labkraut und Brennesselblätter, ein paar Flieder-, Löwenzahn und wenige Vergissmeinnichtblütenblüten verwendet. Wer zu einer anderen Jahreszeit unterwegs ist und andere essbare aromatische Arten zur Verfügung hat, kann die Wildpflanzen aber auch nach Belieben ersetzen.

Die Zutaten sind:

  • 2 gute Handvoll Wildpflanzen
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 kg Zucker
  • 1 l Wasser
  • 1 großes Einmachglas (2l)

Die Zubereitung geht einfach. Das Wichtigste ist, dass man auf sehr sauberes Arbeiten achtet, denn dann kann man den abgefüllten Sirup noch einige Monate aufbewahren und immer wieder davon naschen.

  1. Das Einmachglas sterilisieren: mit kochendem Wasser füllen und einige Minuten stehen lassen. Dann mit den Wildpflanzen befüllen.
  2. Wasser und Zucker aufkochen, bis der Zucker gelöst ist. Dann über die Kräuter gießen.
  3. 3 Tage zugedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen.
  4. Abseihen und Zitronensaft dazugeben.
  5. Nun kann der Sirup direkt verwendet werden- so bleiben die Vitamine und Mineralstoffe am Besten erhalten. Wer den Sirup Aufbewahren will, kann ihn nochmal für wenige Minuten aufkochen lassen und dann in wieder in das (erneut sterilisierte) Einmachglas füllen.

Dann mit Sprudelasser aufgießen und in der Sonne auf Eis genießen!

Erdbeerkombucha

Kombuchabrauen mit wilden Pflanzen

Ich liebe Hagebutten, sie sind für mich die Prinzessinnen unter den wilden Pflanzen. Zu jeder Jahreszeit sind sie so schön und elegant anzusehen. Im Geschmack sind sie unverwechselbar säuerlich-fruchtig. ⁠⠀
Ich sammel sie jedes Jahr im Herbst und trockne sie, so dass ich sie über das Jahr hinweg als Vitamin C-reichen Tee zubereiten kann. Es lohnt sich! Der Geschmack ist unvergleichlich besser als von gekauftem Tee.⁠⠀

Diesen Tee habe ich nun als Basis für einen sommerlichen Kombucha verwendet.

Erdbeeren sind genau wie Hagebutten Rosengewächse und vertragen sich geschmacklich ganz hervorragend miteinander. Deswegen habe ich Erdbeeren zur sekundären Fermentation verwendet. ⁠⠀


1. Kombucha herstellen: starken schwarzen Tee kochen, starken Hagebuttentee kochen. 1:1 in einem weithalsigen 2-Liter Gefäß mischen und braunen Zucker dazugeben. SKOBY drauf, mit einem Baumwolltuch abdecken und ca. 3 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen. 
2. Sekundäre Fermentation: Hausgemachtes Erdbeermus und Zucker zusammen dem fertigen Kombucha zufügen und nochmal 1-3 Tage warten. ⁠Wenn man hierbei das Gefäß fest verschlossen hält, dann bildet sich durch den Gärungsprozess natürliche Kohlensäure und man erhält ein spritziges Getränk.
3. Am Besten in der Sonne und auf Eis genießen⁠.⠀

Wer noch keinen SKOBY hat, kann ihn zum Beispiel über Edible Alchemy (https://ediblealchemy.co/store/?product-page=2) kaufen.

Brennesselchips

Ooooh yes!!! Die sind richtig lecker, knusprig, salzig und umami. ⁠⠀

Eine Handvoll Brennesselblätter (nur die obersten, zarten, jungen Blättchen verwenden)⁠

4 EL Olivenöl⁠⠀

1 TL Salz⁠ (eher sparsam einsetzen!)

1 TL Chiliflocken⁠⠀

frisch gemahlener Pfeffer⁠⠀

2 EL Hefeflocken (geht auch ohne gut)⁠⠀

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⁠Blättchen vom Stängel zupfen, mit den anderen Zutaten vermischen und sehr gut vermengen, so dass sich die Gewürze gut verteilen.⁠ (Die Härchen der Brennessel machen das Verteilen etwas schwierig. Also so gut wie möglich einmassieren. In dem Stadium brennen die Blättchen auch noch. Also entweder gut Durchatmen und es genießen, dass die Durchblutung angeregt wird oder Handschuhe verwenden oder mit einem Löffel arbeiten.)⁠⠀

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Brennesselblätter getrennt voneinander auf einem Backpapier auslegen. Nicht übereinander schichten.⁠⠀

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Bei max. 130 °C backen, nach ca. 30 min sind die Chips kross und brennen dann auch nicht mehr. ⁠⠀

Willkommen im Pimpinella Lab

Das Pimpinella Lab habe ich ins Leben gerufen, um mehr wilde Pflanzen mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen, Farben und oft unbekannten Geschmäckern auf unsere Teller zu bringen. Im Erkennen und Nutzen wilder Pflanzen steckt viel Schönheit und Magie. Die Arbeit mit Ihnen sehe ich als große Chance, in Kontakt mit unseren Traditionen zu kommen, uns zu verwurzeln und unsere Verbindung zu den Jahreszeiten zu vertiefen. 

Ich wünsche mir, mehr Wildpflanzen auch in unser modernes alltägliches Leben zu bringen. Daher sammle ich im Pimpinella Lab altes Wissen, bringe aber auch meine biologischen Kenntnisse und mein Wissen um gesunde und bewusste, vegetarische Ernährung ein. Ich forsche an Techniken, die das sammeln und verarbeiten von Wildpflanzen leicht machen, so dass sie gut zugänglich werden und gleichzeitig ihr Geschmack und Charakter erhalten bleibt.

Ich freue mich darauf, dieses Wissen hier weitergeben zu können! 

Außerdem habe ich eine kleine Reihe von Online-Wildpflanzen-Kursen voller Inspirationen und praktischer Hinweise entwickelt, bei denen die Teilnehmer Schritt für Schritt von zu Hause aus ihre eigenen Produkte entwickeln können.

Es gibt immer wieder auch Workshops an einem traumhaften Ort im Norden Berlins! Dort werden wir gemeinsam Wildpflanzen bestimmen lernen, sie riechen, fühlen und schmecken und gemeinsam verarbeiten. Wenn es soweit ist, gibt es mehr Infos- hier oder über den Newsletter.